Frankreich hat nächsten Störfall im AKW Romans-sur-Isere

Erneut ist mit Uran angereicherte Flüssigkeit in einem französischen Atomkraftwerk ausgetreten. Die französische Atomaufsicht ASN geht davon aus, dass dieser Störfall allerdings keine Auswirkung auf die Umwelt habe.

Die Menge des Urans, das in der Brennstäbefabrik ausgetreten ist, beziffert die ASN mit 120 bis 750 Gramm. Das Uran ist aus einer seit mehreren Jahren brüchigen Leitung ausgetreten. Bei Bauarbeiten sei das Leck entdeckt worden. Allerdings seien der Vorfall in Tricastin und in Romans-sur-Isere nicht vergleichbar. „Der Grundwasserspiegel ist sehr weit weg, und der Boden ist wasserdicht versiegelt“, sagte die Sprecherin des Atomkonzerns FBFC.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die optimistische Sichtweise des Konzerns bestätigt. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass die Nutzung der Atomenergie ein Tanz auf dem Vulkan ist und bleibt. Eine Lösung für die Endlagerung ist weltweit auch nicht in Sicht, wer soll solch eine Technik als zukunftsweisend betrachten? Ich jedenfalls halte sie für höchst gefährlich und für eine Technik von Vorgestern.

Link zur ASN-Meldung: http://www.asn.fr/sections/rubriquesprincipales/actualites/avis-d-incident/2008/rupture-d-8217-canalisation-rejets-d

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Frankreich, Umweltpolitik

3 Antworten zu “Frankreich hat nächsten Störfall im AKW Romans-sur-Isere

  1. Manfred Trost

    Schon vor mehr als einer Woche, am 11.07.2008, habe ich auf meiner Urlaubsreise in meinem Auto auf der Autobahn in der Nähe der Stadt Vienne (unterhalb von Lyon), dort wo die Isere in die Rhone mündet, eine stark erhöhte Radioaktivität in der Luft gemessen (0,68 Mikrosievert pro Stunde). In Höhe der Stadt Valence lag der Meßwert am höchsten (1,01 Mikrosievert/Stunde). Von Valence nach Tricastin sind es noch etwa 50 Kilometer flußabwärts. Dort erreichte die gemessene Strahlung wieder den Normalwert (>0,12 Mikrosievert/Stunde). Das ausgelaufene Uran muß also zuerst rückwärts die Rhone rauf geflossen sein, dort einen Zeitsprung in die letzte Woche gemacht haben, dann in die Atmosphäre ausgetreten sein um sich bei mir im VW-Bus zu kumulieren. Das können nur unschädliche französische Isotopen gewesen sein.

  2. Hallo Herr Trost, vielen Dank für diese sehr interessanten und aufschlussreichen Erläuterungen. Blogs leben nun mal von solch qualifizierten Kommentaren und von der Diskussion. Es bestätigt außerdem meine Meinung, dass Atomenergie keine Lösung für unsere Probleme bietet. Ich freue mich immer wieder wenn meine Artikel kommentiert und mit Fakten angereichert werden.

  3. Christian Smith

    Es freut mich zu lesen das es da drausen Isotopenwaechter gibt. Auch ich nehme bei Reisen mein Geigerzaehler mit und ueberwache taeglich die Strahlungsdosis. In der schoenen Schweiz auf 850 Meter ueber Null hat es ca. 0.20 Mikrosievert/Stunde.
    In Colorado auf 1600 Meter ueber Null hat es ca 0.40 Mikrosievert/Stunde. In einem Flieger auf Reisehoehe 10 km kommt man auf schlanke 4.0 Mikrosievert/Stunde (freilich ist dort die Exponierungszeit kuerzer 🙂

    Einen Strahlungsstabilen Gruss
    Smith

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