Die Schwabenconnection bei den Grünen – Özdemir demontiert

Wie beschreibt es Spiegel Online: „Die deutschen Parteien sind ähnlich kalkulierbar wie Piranhaschwärme.“ Es ist die bittere Wahrheit, die Schwaben-Grünen haben den türksichstämmigen Schwaben Cem Özedemir eine seiner empfindlichsten Niederlagen in seiner politischen Karriere beschert. Kein Beobachter weiß genau, was die schwäbischen Grünen für ein Teufel geritten hat, den designierten Bundessprecher der Grünen so blosszustellen. Nach meiner Meinung wollten die Schwaben-Realos um Fritz Kuhn dem Europaabgeordneten gleich mal die wahren Machtverhältnisse verdeutlichen und ihm sehr eindringlich klar machen: ohne Basis geht bei uns nichts. Dieser Versuch könnte allerdings nach hinten losgehen, denn die Grünen brauchen junge, unverbrauchte Politiker wie Özedemir, um auch langfristig ihre Position zu halten. Niemand glaubt ernsthaft an eine glorreich Grüne Zukunft mit einem Fritz Kuhn, einer Claudia Roth oder einer Renate Künast. Diese „Gut-Menschen“ und Toleranzschwätzer haben nur eines mit dieser Aktion bewiesen: Wir predigen Wasser und sind berauscht vom Wein der Macht. Fritz Kuhn, der Vorsitzende der Grünen in Baden-Württemberg, blieb stumm wie ein Fisch vor dem zweiten Versuch von Özdemir, auf einen halbwegs sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl 2009 zu gelangen, wohl wissend, dass eine Intervention zu dem Zeitpunkt richtig und gut gewesen wäre. Aber um die eigene Macht bangend, hat sich das Parteiestablishement entschieden, den Parteisoldaten Alex Bonde gegen Özdemir ins Rennen zu schicken.

Natürlich ist es legetim von einer Parteibasis die Kandidaten zu nominieren, die sie für geeignet hält und das kann dann auch schon mal einen Politiker das Mandat kosten. Allerdings muss sich die Basis auch immer überlegen, wenn nicht der, wer dann? Özdemir kann man vorwerfen, er habe noch zuwenig machtpolitischen Instinkt, um solch ein Debakel zu vermeiden. Ein machtbewusster Politiker hätte sich seine Mehrheit schon vor der Abstimmung gesichert, so läuft Politik in der Realität nun mal. Allerdings ist es eher ein positives Zeichen, dass Özdemir auf diese Art der Politik keine Lust hatte oder nicht darauf setzen wollte, er wollte überzeugen und sich als für den Bundestag geeignet präsentieren. Die Standing Ovations nach seiner Nominierungsrede gaben ihm auch allen Anlass dazu, sich der Wahl sicher zu sein. Diese Abstimmung ist ein Musterbeispiel von Entscheidungen jenseits jeglicher Vernunft. Die Sozialpsychologen bestätigen seit Jahrzehnten, dass Einsicht und Handeln häufig keine Einheit bilden, sondern der Mensch ein sehr emotionaler Entscheider ist. Leider haben die Schwaben-Grünen bewiesen, dass auch Sie die Machtspiele der Politik spielen, ohne Rücksicht auf Verluste. Es bleibt zu hoffen, dass Cem Özdemir wie sooft in seinem Leben beweist, dass er nicht einfach hinschmeißt, sondern weiterkämpft.

Eines hat der Umgang mit Kurt Beck von der SPD und jetzt dem Grünen Cem Özdemir gezeigt: Jeder halbwegs intelligente Mensch wird sich hüten, in die Politik zu gehen, denn für solche Kindergarten- und Machtspielchen für Neurotiker ist dem Großteil der Bevölkerung die Zeit zu schade. Es zeigt deutlich, dass sich an den machtpolitischen Spielen in den letzten Jahrhunderten nichts geändert hat.

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Eingeordnet unter Deutschland, Politiker, Wahlkampf

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