Androsch ist für Atomstrom

Der ehemalige SPÖ-Finanzminister und Faymannberater Hannes Androsch sieht nur in der Errichtung eines AKW und dem Ausbau der Wasserkraft eine Alternative zur russischen Gasabhängigkeit. Er bezeichnet die Energiepolitik Österreichs als phärisäerhaft bzw. gäbe es nach seiner Auffassung seit der Volksabstimmung zu Zwentendorf  (das AKW Zwentendorf wurde gebaut, aber nie genutzt) und seit Hainburg (der Bau des Wasserkraftwerks war 1984 durch Umweltschützer verhindert worden)  eigentlich gar keine österreichische Energiepolitik mehr.

„Wir erzeugen mit thermischen Kraftwerken Strom, können dadurch unsere Kyoto-Ziele nicht erreichen und schädigen die Umwelt, das Klima und unsere Nachkommen. Was da passiert ist ein Verbrechen. Wir müssen uns von diesem Diktat abschütteln“, so die Aussage des Industriellen Androsch.

Herr Androsch vergisst offensichtlich, dass auf den Atomstrom vieles seiner Kritik auch zutrifft. Der Atommüll aus den AKWs schädigt die Umwelt und die Nachkommen. Die Endlagerung ist noch lange nicht gesichert und die Zwischenlager sind alle nicht tauglich. Erst am 15.01.2009 hat das Bundesamt für Strahlenschutz Alarm geschlagen, da das Atommülllager Asse in Niedersachsen massive Probleme hat. Dort droht radioaktive Strahlung aus einer Einlagerungskammer mit ca. 6.000 schwach radioaktiven Fässern zu entweichen. Der Referatsleiter Endlagerung im niedersächsischen Umweltministerium, Joachim Bluth, bestätigte, dass die Decke der betroffenen Kammern jederzeit einstürzen könnte.

Von Störungen in französischen AKWs waren im Sommer die Zeitung nur so voll. Als ich diese Woche mit einem Ingenieur aus Niederösterreich in Strasbourg zusammensaß, war genau das unser Thema: ob Atomenergie eine Alternative zu der russischen Abhängigkeit sein kann. Der sehr erfahrene Ingenieur bemerkte, dass ihn bis dato noch kein Befürworter des Atomstroms überzeugen konnte, dass dies eine umweltfreundliche, preiswerte und sichere Energienutzung sei. Wenn Faymann dem Vorschlag von Androsch folgt und einen neuen Versuch der Nutzung des Atomstromes machen sollte, dann kann ich ihm das selbe Desaster voraussagen, wie dem legendären Bruno Kreisky mit Zwentendorf.

Es gibt genug Alternativen zum Atomstrom und zu russischem Gas, nur die Lobby scheint noch nicht groß genug zu sein, um diese Alternative aus dem Stadium der Schubladenkonzepte auch in die Realität zu befördern.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Österreich, Energiepolitik, Umweltpolitik

Eine Antwort zu “Androsch ist für Atomstrom

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ich habe das Tirol-Adria-Projekt mit der größten Kraftwerksgruppe Europas und der Wasserstraße entworfen und muss nun feststellen, wie schwierig es ist, Politiker für dieses äußerst innovative Projekt zu interessieren. Bei den lokalen Politikern werde ich nach Brüssel und von jenen in Brüssel wieder zu den lokalen verwiesen und so schließt sich der Teufelskreis.

    Auf den Flüssen Etsch und Inn wurde bis zur Eisenbahnära der Güterverkehr abgewickelt. Die heute verfügbare Technik ermöglicht die Untertunnelung der Alpen und die Verbindung dieser Flüsse durch den so genannten AlpenKanalTunnel als Alternative zum Brenner-Basis-Bahntunnel. Von Passau an der Donau führt diese neue Wasserstraße nach Süden zum Gardasee und zum Adriatischen Meer. Eine europaweite Verlagerung des Güterverkehrs auf das umweltschonende Binnenschiff wird unsere Verkehrs- und Umweltprobleme eher und sicherer lösen, als eine weitere Bahnlinie mit dem Brenner-Basis-Tunnel und Zulaufstrecken. Die Wasserstraße Donau würde dadurch erst ihre volle Bedeutung erlangen. Ich bemühe mich, bei der EU ein Überdenken des TEN-Vorhabens BBT zugunsten einer Schiffsverbindung quer durch Europa herbeizuführen. Dabei bin ich auf die Hilfe von Seiten der Länder nördlich der Alpen angewiesen, denn südlich davon ist die Binnenschifffahrt beinahe unbekannt. Soweit haben Agnelli und Pirelli Italien gebracht!

    Das Projekt ist im Internet unter http://www.tirol-adria.com veröffentlicht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Albert Mairhofer

    Preindl 45

    I-39030 Gsies Südtirol Italien

    Mobil 349 3813236 Tel&Fax 0474978421

    http://www.tirol-adria.com

    info@tirol-adria.com

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